Die Fondation Toms Pauli leiht für die vom Rijksmuseum veranstaltete Ausstellung Métamorphoses drei antike Tapisserien aus, von denen sich zwei durch ihren einzigartigen Erhaltungszustand sowie ihre künstlerische und historische Bedeutung auszeichnen. Sie stammen aus der Serie Die Geschichte Apollos, die auch unter dem Namen Barberini-Metamorphosen bekannt ist, und zeigen Latona verwandelt die lykischen Bauern in Frösche und Apollo und Daphne. Beide Wandteppiche wurden in den Manufakturen angefertigt, die Kardinal Francesco Barberini, Neffe von Papst Urban VIII. und grosser Tapisserie-Liebhaber, in Rom gegründet hatte.

Ergänzt wird dieses Ensemble durch eine seltene Tapisserie: Die Entführung Europas stammt aus der Serie Die Metamorphosen von La Hyre, die zwischen 1650 und 1670 in den Manufakturen des Faubourg Saint-Marcel gewirkt wurde. Dabei handelt es sich um eine der drei grossen privaten Pariser Werkstätten, die vor der Gründung der königlichen Manufaktur Les Gobelins tätig war und damals die besten Handwerker beschäftigte. Das Werk veranschaulicht somit eine wichtige, eher unbekannte Etappe in der Geschichte der Bildwirkerei.

Die Tapisserien waren nicht nur ein Statussymbol für die Eliten, sondern zeugen auch von deren Interesse an den Texten Ovids.

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