Neuerwerbungen

Jagoda Buić, Lia Cook, Pierre Daquin, Sonia Delaunay, Jean Lurçat, Mario Prassinos, Mariette Rousseau-Vermette, Hideho Tanaka : zehn Werke berühmter Vertreter/innen der Textilkunst des 20. Jahrhunderts gelangen in die moderne Sammlung.

Dank der Grosszügigkeit mehrerer Kunstschaffender, Sammler und privater Gönner erweitert die Fondation Toms Pauli diesen Sommer ihre moderne Sammlung um sechs repräsentative Werke bedeutender Vertreter/innen der Neuen Tapisserie aus aller Welt: Europa, Vereinigte Staaten, Kanada und Japan.

Klassische Tapisserien mit stilisierten Motiven von Jean Lurçat und Mario Prassinos, farbige Geometrisierung von Sonia Delaunay, originale Kompositionen von Mariette Rousseau-Vermette und Pierre Daquin, prägende Werke der Biennales de la Tapisserie von Jagoda Buić, Lia Cook und Hideho Tanaka: all diese Kreationen zeugen glanzvoll von der Entwicklung der Textilkunst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie erinnern zudem daran, dass die Lausanner Tapisserie-Biennalen von 1962 bis 1995 eine wichtige Rolle als internationales Versuchslabor gespielt haben.

Wichtige Neuerwerbungen

Sammlung Pierre und Marguerite Magnenat

Durch die frühen Ausgaben der Tapisserie-Biennalen auf die zeitgenössische Textilkunst aufmerksam geworden, bauten Pierre und Marguerite Magnenat ihre Sammlung von Textilwerken seit den 1960er-Jahren auf. Die 76 verschiedenformatigen Stücke umfassen Tapisserien, Installationen, Skulpturen, Minitextilien, Collagen, Gemälde und Zeichnungen, darunter ein umfangreiches Corpus der polnischen Künstlerin Magdalena Abakanowicz.

Pierre Magnenat gründete 1979 die Association Pierre Pauli, als deren Präsident er bis 1999 tätig war. Auf seine Initiative schenkte die Vereinigung 2000 ihre gesamte Textilsammlung dem Staat Waadt. Magnenat war von 2000 bis zu seinem Tod 2009 Mitglied des Stiftungsrats der Fondation Toms Pauli.

Schenkung Alice Pauli

Bekannt für ihren unermüdlichen Einsatz für die Künstler und den dynamischen Schwung, den sie seit mehr als 50 Jahren dem Lausanner Kunstleben zu geben wusste, schenkte Alice Pauli der Fondation Toms Pauli 1999 mehrere Tapisserien ihrer persönlichen Sammlung. 2012 überliess sie der Fondation 22 Werke als Zeichen ihrer Unterstützung des geplanten neuen Museumsviertels, zu dem die Fondation Toms Pauli gehören wird.

Dank dieser Schenkung, welche die wichtigsten Vertreter/innen der Textilkunst des 20. Jahrhunderts umfasst – Abakanowicz, Buić, Hicks, Lurçat, Łaszkiewicz und Rousseau-Vermette – besitzt die Fondation nun eine der bedeutendsten Werksammlungen der international berühmten Künstlerinnen Magdalena Abakanowicz und Jagoda Buić, welche die Tapisserie in kühner Weise erneuerten, um ihr in der modernen Kunst einen festen Platz zu sichern.

Seit 1962 Besitzerin der gleichnamigen Galerie, engagierte sich Alice Pauli zusammen mit ihrem Ehemann Pierre Pauli und dem Künstler Jean Lurçat für die Gründung des CITAM und der Biennale internationale de la Tapisserie in Lausanne.

Tapisserie von Jean Lurçat

Die Tapisserie Mexico von Jean Lurçat, die 2013 von einem Mäzen erworben und der Fondation geschenkt wurde, bereichert und ergänzt in glücklicher Weise die bereits in der Sammlung befindlichen Werke des Künstlers. Die dekorative Arbeit, die in der Manufaktur Tabard in Aubusson gewirkt wurde, ist typisch für Lurçats Nachkriegsproduktion.

Werke von Elsi Giauque

Im Jahr 2007 erwarb die Fondation Toms Pauli drei repräsentative Werke der bedeutenden Künstlerin, die in ihren Arbeiten die Neue Tapisserie in der Schweiz vorwegnahm. 1945 schuf Elsi Giauque transparente Stücke aus freien Kettfäden, die den Raum mit subtilen Variationen aus Farben und Formen bespielen. Im Rahmen des Nachlasses konnte die Fondation insbesondere zwei der fünf Féministes ankaufen, die 1977 anlässlich der 8. Biennale de la Tapisserie gezeigt worden waren.

Gestickte Bilder von Lissy Funk

Im Jahr 2005 gelangten dank der Grosszügigkeit der Erben elf Werke der Zürcher Künstlerin Lissy Funk (1909–2005) in die Sammlung der Fondation.

Obwohl Lissy Funk in ihrer langen Karriere stets der Wand treu geblieben war, sind ihre Werke eigentlich keine Tapisserien, da sie nicht gewirkt, sondern mit der Nadel auf einen Stoffträger gestickt sind. Die für eine solche Technik oft erstaunlich grossen Arbeiten der Künstlerin zeichnen sich durch die Intensität und Subtilität ihrer Farbpalette, die Komplexität ihrer Kompositionen und die Fülle ihrer Texturen aus.

Sonia Delaunay, La Courbe grise, 1970-72, inv. FTP194
Lia Cook, Spatial Ikat II, 1977, inv. FTP192
Jean Lurçat, Coq Tzara, [1962],
inv. FTP193
Abakanowicz-Zimmer, Sammlung Magnenat
Jean Lurçat, Mexico, 1954, inv. FTP189
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